Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Forschung

Forschungsgebiet

Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich seit Beginn der achtziger Jahre mit modernen glaziologischen Fragestellungen im Bereich der Klima- und Umweltforschung. Im Vordergrund steht hierbei die in Gletschern und Eisschilden archivierte Information zur Geschichte des Klimawandels und zu der damit verbundenen Änderung bio-geochemischer Stoffkreisläufe. In diesem Zusammenhang werden experimentelle Eiskernstudien eigenständig in den Alpen, sowie innerhalb von nationalen und europäischen Kooperationsprojekten in Grönland und der Antarktis durchgeführt. Spezifische Forschungsansätze der Arbeitsgruppe zeichnen sich hierbei vor allem durch die Exploration alpiner Bohrplätze, sowie durch Grundlagen-Entwicklungen zur adäquaten Interpretation von Eiskerndaten aus. Dies umfasst zum einen die interdisziplinäre Bearbeitung glaziologischer und atmosphärischer Fragestellungen unter Nutzung des vergleichsweise breiten Analysenpotentials des Instituts, zum anderen bedarf es der Neuentwicklung innovativer Meßmethoden und Auswertungskonzepte.

Ziele und Methoden

  • Variation der isotopischen Sauerstoff- & Wasserstoff-Gehalte in Eisproben → Rekonstruktion atmosphärischer Temperaturzeitreihen und Zirkulationsänderungen
  • Hochaufgelöste Eiskern-Profile der Konzentration und Korngröße unlöslicher Staubpartikel , sowie löslicher Luftstaub-Komponenten → Datierung über Saisonal Schichtung, natürliche und anthropogene Langzeitvatiation der atmosphärischen Staubdeposition
  • Identifizierung natürlicher und künstlicher Radionuklide (210Pb, 14C, 10Be, 26Al, 36Cl, 3H & 137Cs) → Radiometrische Datierung von Eiskernen, sonneninduzierte Schwankungen der Produktionsrate sowie Quellenindentifizierung atmosphärischer Spurenstoffe
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    Als analytische Werkzeuge dienen hauptsächliche:
  • Konventionele Zähltertechnik (3H, 210Pb, 137Cs)
  • Massenspektrometrie (O, H, Edelgase, 3H)
  • Beschleuniger-Massenspektrometrie (10Be,14C...)
  • Ionen-Chromatographie
  • Optische Spektrometrie (Partikel, organischer Kohlenstoff)

Kooperationen

  • Alfred Wegener Institute für Polar- und Meeresforschung (diverse Projekte in der Polarforschung, z.B. EPICA)
  • Laboratoire de Glaciologie et Geophysique de l'Environnement-CRNS, Grenoble (alpine Eiskerne und Eis vom Vosok See)
  • Geographisches Institut der Universität Zürich (alpine Glaziologie und Glazio-Meteorologie)
  • Klima und Umweltphysik, Universität Bern (Eiskernbohrung und Analyse),
  • VERA-laboratory, Institut für Isotopenforschung und Kernphysik der Universität Wien (AMS-Analyse)
  • Institut für Limnologie und Biologie, Universität Innsbruck (Eisbiologie und Hochalpine Seesedimente)
  • British Antarctic Survey, Cambridge (Berkner Island Projekt)
  • Christoph Spötl (Eishöhlen)
  • Reinhard Böhm (alpine Klimatologie)
  • Hans Puxbaum (DOC in alpinem Niederschlag)

Aktuelle Forschungsaktivitäten

  • Kalte Alpengletscher als Klima- und Umweltarchive
  • Glaziologische Bedingungen alpiner Bohrplätze
  • Geschichte des Klimaeinflusses von europäischem Aerosol
  • Langzeitbeobachtung antarktischer, atmosphärischer Spurenstoffe und ihrer Beziehung zu deponiertem Schnee
  • Rezente Variationen kosmogener Radionuklide und ihre Verbindung zur solaren Aktivität
  • Verteilung und zeitliche Änderung von Organischem Kohlenstoffe in alpinen und polaren Eiskernen
  • Anstieg von radiogenem Helium in Felsbettnähe in grönländischen und antarktischen Eisbohrkernen
  • Eignung von kosmogenem 26Al zur Datierung von altem Eis
  • Altersverteilung, Isotopenbestandteile und Massenbalance von alpinen Höhleneisarchiven

 

 

 

 

 

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